Medicago Sativa – Die Königin der Futterpflanzen

Die Luzerne ist die Futterpflanze schlechthin und die in Italien wie weltweit weitest verbreitete. Sie ist eine durch nichts zu ersetzende Helferin der Natur, von lebenswichtiger Bedeutung für die Biodiversität und die Anreicherung des Bodens mit Mineralstoffen. Luzerne stellt eine elementar wichtige pflanzliche Eiweißquelle für Nutztiere dar und ist zudem reich an Fasern, Vitaminen und Mineralstoffen. Ihr Eiweißreichtum verdankt sich der Symbiose mit dem Rhizobium, einem Bakterium, das auf den Wurzeln siedelt und Stickstoff aus der Luft in organischen Stickstoff verwandelt.


Italien ist ein Land, das sich hervorragend für den Anbau von Luzerne eignet: dank der günstigen klimatischen Bedingungen und der Bodenbeschaffenheit kann hier Luzerne ohne Einsatz chemischer Dünger und Pestizide und ohne künstliche Bewässerung aus Tiefbrunnen angebaut werden.
All dies macht Luzerne zu einer umweltfreundlichen Pflanze und somit ideal für den biologischen Futterpflanzenanbau.

Luzerne ist die zur Heugewinnung meistverwendete Futterpflanze, dank der Futterqualität, die sich damit erzielen lässt. Insbesondere künstlich getrocknete Luzerne bringt hinsichtlich Eiweiß- und Fasergehalt den besten Ertrag pro Hektar. Zudem werden Tiere über Luzerne im Vergleich mit anderen Futterpflanzen gleichmäßiger mit den nötigen Mineralstoffen versorgt. Auch hinsichtlich ihres Gehalts an Vitaminen, organischen Säuren und Spurenelementen stellt Luzerne ein wahres Substanzdepot dar. Getrocknete Luzerne ist derzeit das Futtermittel, dessen Zusammensetzung derjenigen der in voller Kraft stehenden grünen Pflanze am nächsten kommt.

Eine luzernebasierte Ernährung ist fundamental wichtig für das Heranwachsen gesunder, langlebiger Tiere und garantiert eine qualitativ hochwertige Milch-, Fleisch- und Eierproduktion.

 

 

 

Geschichtliche Hinweise

Die Pflanze wurde vor 9.000 im westlichen Mittelasien entdeckt, wo sie den Namen „alfachpacah“ („die beste Nahrung von allen“) erhielt und kam um 490 v. Chr. nach Europa.

In Italien begann sie sich ab 150 v. Chr. auszubreiten. Die Historiker von damals beschreiben sie so:


„Die beste Futterpflanze ist die Luzerne. Erstens, weil sie, einmal ausgesät, zehn Jahre lang wächst. Dann, weil sie alljährlich viermal, sogar sechsmal gemäht werden kann, außerdem, weil sie dem Acker Fruchtbarkeit verleiht. Zudem macht sie auch die hinfälligste Herde wieder gesund, da sie ist ein hervorragendes Mittel für krankes Vieh ist. Denn nur ein einziger Morgen reicht mehr als aus um drei Pferde ein ganzes Jahr lang zu ernähren”.
(Lucio Columella, De re rustica)

 Luzerne heute

Seit einigen Jahrzehnten ist die Luzerne – ein traditionelles landwirtschaftliches Erzeugnis für die Tierernährung – in getrockneter Form zu einem modernen, fortschrittlichen Futtermittel geworden.
Ihre Wichtigkeit besteht nicht nur in der grundlegenden Bedeutung als traditionelle Grundlage für die Tierernährung, sondern vor allem als Garant für leistungsfähige Landwirtschaft, Umweltfreundlichkeit und Landschaftsschutz.
Heute bedecken Luzernefelder 35 Millionen Hektar der Erdoberfläche, mit einem Ertrag von jährlich 47 Millionen Tonnen. In Europa, wo etwa 10 Millionen Tonnen jährlich produziert werden, konzentriert sich der Anbau überwiegend auf Frankreich, Spanien und Italien. Die Bedeutung der Luzerne ergibt sich aus ihrem hohen natürlichen Gehalt an pflanzlichen Eiweißen. Eiweiß ist für die Aufzucht von Kaninchen, von Wiederkäuern, die Milch und Fleisch liefern, von eierlegendem Geflügel und von Pferden unverzichtbar.


Aber es sind die weniger gut bekannten Vorzüge der Luzerne, die ihr den Titel der „umweltfreundlichsten Pflanzenkultur” verleihen:

- Sie ist für die Biodiversität unverzichtbar – Luzernekulturen beherbergen eine um bis zu 100 Mal größere Mikrofauna als Getreidekulturen; mit ihrer langen Blütezeit liefert sie Bienen Nahrung von Mai bis Oktober.
- ihr bis zu 5 m tief reichendes Wurzelwerk stellt das ganze Jahr über den Bodenstoffwechsel Materie sicher und wirkt so der Bodenerosion entgegen.
- Gleichzeitig hat Luzerne bodenreinigende Funktion und ist Stickstofflieferantin – da sie Stickstoff aus der Luft und dem Boden aufnimmt, braucht sie keine Stickstoffdüngung. Außerdem bindet sie über das tiefreichende Wurzelwerk überschüssigen Stickstoff im Boden und stellt ihn so der Folgekultur zur Verfügung.
- Luzerne spielt eine fundamentale Rolle gegen die Verschmutzung als Folge landwirtschaftlicher Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Fruchtwechsel – die Luzernekultur hat eine durchschnittliche Dauer von 5 Jahren, die Getreidekultur hingegen von nur einem Jahr.
- Sie ist unverzichtbar für die Tiergesundheit – Eine luzernebasierte Ernährung garantiert Tiergesundheit.
Im Auftrag Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit durchgeführte Untersuchungen belegen, dass Luzerne die Milchproduktion verbessert und zu fettärmere, zarterem und roterem Fleisch führt. Luzernepigmente geben dem Eidotter eine intensiv gelbe Farbe, die Fettsäuren (Omega 3) wirken sich günstig auf Kaninchenfleisch aus.
- ...auch für uns, Menschen. Luzerne, die reich an Vitaminen, Folsäure, Mineralstoffen, löslichen und unlöslichen Fasern und antioxydativ wirkenden Pigmenten wie Betakaroten und Chlorophyll ist, wird in Form von Keimen auch für die menschliche Ernährung immer wichtiger. Zudem hat die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit 2009 den Luzerneblattextrakt als Eiweißzusatz für die Ergänzung von Lebensmitteln zugelassen, was, in großem Umfang eingesetzt, einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt leisten kann.

 

Italien ist ein Land, das sich hervorragend für den Anbau von Luzerne eignet: dank der günstigen klimatischen Bedingungen und der Bodenbeschaffenheit kann hier Luzerne ohne Einsatz chemischer Dünger und Pestizide und ohne künstliche Bewässerung aus Tiefbrunnen angebaut werden.

In 50-jähriger Unternehmenstätigkeit hat Gruppo Carli kontinuierlich zu Luzerne geforscht und ebenso unermüdlich ihren Anbau unterstützt, als Grundlage für eine gesunde, nachhaltige Landwirtschaft.